© Rike van Kleef

Performance

PIGWISE

oderoder Die antipodische Krise des subhumanen Schweins

Schweine! Kaum ein Tier hat die Entwicklung des Homo sapiens so hautnah begleitet wie das Schwein. Während Hund, Katze, Pferd partnerschaftlich in einem zutiefst romantisch verklärten Verhältnis zu uns standen und stehen, blieb dem Schwein stets die Rolle des unreinen Nutztieres. Und darüber hinaus fungierte Schwein als wohlfeile Verkörperung des schmutzig Minderwertigen und grunzend Bösen. Dabei ist besonders sein schweinisch geselliges Wesen dem unseren zutiefst ähnlich. Schweine scheinen uns also zugleich fern und nah. Und selbst die moderne Kulturwissenschaft hat längst erkannt, das Schweine manchmal sogar als unsere Doppelgänger auftreten. Doch sind sie keine Doppelgänger des Menschen, sondern vielmehr Botschafter eines Fremden, Unheimlichen, das, verborgen und verdrängt, in den unausgeleuchteten Ecken eines jeden Menschen nistet.

In einer multimedialen Installation agieren und spiegeln live, in Anziehung und Abstoßung, Verschmelzung und Widerspruch, Stilbruch und Eleganz, acht Künstler:innen den Menschen im Schwein und umgekehrt. Über Geschmacks- und Genregrenzen hinweg stellt sich die Frage: Wer ist wer?

 

Besetzung

Mirko Borscht

Kuration, Video

Holger Kuhla

Dramaturgie

Lisa Fütterer

Raum

Romy Camerun

Gesang

Aktomis (Jo Flüeler)

Komposition

Ichi Go

Tanz

Jessika-Katharina Möller-Langmaack

Schauspiel

Yaroslav Schwarzstein

Malerei, Objekte

Christian Beck

Installation

+ Joker

(Schweinekuscheln)

PIGWISE